Herzlich willkommen auf der Website des Gisela-Gymnasiums

Das Gisela-Gymnasium ist eine Schule im Herzen Schwabings, direkt neben dem Elisabethplatz. Mit seiner Jugendstilfassade trägt das 1904 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude zum unverwechselbaren Charme dieses Platzes bei.

Ausbildungsrichtungen

Das Gisela-Gymnasium bietet mit der naturwissenschatlich-technologischen und der sprachlichen zwei Ausbildungsrichtungen an.

Inklusion am Gisela

Das Gisela-Gymnasium in Schwabing begleitet hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler seit über 30 Jahren auf ihrem Weg zum Abitur.

Unser Selbstverständnis

Das Gisela-Gymnasium ist eine kosmopolitische Schule mit festen Wurzeln in München-Schwabing und internationalen Kontakten.

Inklusion Expose 02

 Das Gisela-Gymnasium in Schwabing begleitet hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler seit über 30 Jahren auf ihrem Weg zum Abitur. In diesen drei Jahrzehnten hat das Gymnasium eine umfangreiche Expertise in der Integration von hörgeschädigten Schülern in den Unterrichtsalltag erworben. 150 junge Menschen haben dort bislang erfolgreich ihren Schulabschluss absolviert. Sie bewähren sich mittlerweile in den unterschiedlichsten Berufsfeldern. Ohne die Ausbildung am Gisela-Gymnasium, die ihnen eine auf ihre Behinderung zugeschnittene spezielle Förderung ermöglicht hat, wäre es für die Lehrer nicht möglich gewesen, die Schüler mit ihren individuellen Fähigkeiten bestmöglich zu unterstützen und ihnen so den Eintritt ins Berufsleben zu erleichtern. Mehr als die Hälfte hat bisher studiert und das Studium auch erfolgreich abgeschlossen.

„Inklusion“ nennt sich dieses Konzept, das als Form des gemeinsamen Lernens derzeit viel mehr diskutiert wird als früher. Für das Gisela-Gymnasium ist dieses Konzept schon lange gelebte Praxis. Das Gisela-Gymnasium in München-Schwabing nimmt in Sachen Inklusion in Gesamt-Deutschland eine absolute Vorreiterrolle ein: Seit 1984 werden hier hörgeschädigte Schüler von der 10. Klasse bis zum Abitur geführt. Schüler kommen aus dem gesamten Bundesgebiet ans Gisela-Gymnasium. Sie können in einem Wohnheim wohnen, wo sie professionell betreut werden.

Der Unterricht findet in kleinen Inklusionsklassen von hörgeschädigten und gut hörenden Schülern statt. Neben dem pädagogischen Fachpersonal sind die Räumlichkeiten auf die Bedürfnisse der hörgeschädigten Schüler ausgerichtet. Lehrer und Schüler sitzen im Halbkreis und benutzen ein Mikrophon beim Sprechen. Die Hörgeräte der Schüler werden an die zentrale Höranlage angeschlossen, sodass alle dem Unterricht problemlos folgen können. Inklusionsfahrten stärken den Klassenzusammenhalt, sodass ein kooperatives Klima den gegenseitigen Respekt fördert. Davon profitieren beide Seiten, die gut hörenden Schüler ebenso wie die Hörgeschädigten. Die regelmäßigen Besuche der hörgeschädigten Schüler in den fünften Klassen des Gisela-Gymnasiums nehmen einen wichtigen Stellenwert ein. Dabei sprechen sie über ihre Behinderung und die Folgen im Alltag sowie in der Schule.

Das Gisela-Gymnasium kooperiert eng mit anderen Förderzentren für Hörgeschädigte in Deutschland, mit dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) und der LMU-München (Lehrstuhl für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik). Dies hat das sonderpädagogische Wissen und die Erfahrungen im Lehrerkollegium in über dreißig Jahren erheblich bereichert. Kollegen, Funktionäre und Wissenschaftler aus aller Welt zeigen unvermindert großes Interesse am Inklusionsmodell des Gisela-Gymnasiums.

Dem Gisela-Gymnasium und seiner Schulleiterin Frau Oberstudiendirektorin Marianne Achatz ist es ein großes Anliegen, das Inklusionsangebot für hörgeschädigte Schüler schon ab der 5. Klasse anzubieten. Nach intensiven Anstrengungen und vielen Gesprächen mit politischen Vertretern und den Verantwortlichen des Bayerischen Kultusministeriums wird das Gisela-Gymnasium das Inklusionsangebot für hörgeschädigte Schüler ab dem Schuljahr 2016/17 Zug um Zug auf alle Jahrgangsstufen ausweiten. Ziel ist der gemeinsame Unterricht für guthörende und hörgeschädigte Schülern in einer für beide Seiten gewinnbringenden Lernatmosphäre. Die hörgeschädigten Schüler der Inklusionsklassen folgen ab der 8. Jahrgangstufe der Ausbildungsrichtung des naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasiums. Die verbindliche Sprachenfolge ist für sie Englisch – Latein. Je früher die jungen Menschen gefördert werden, umso nachhaltiger wirkt die Ausbildung. Der vor über 30 Jahren eingeschlagene Weg wird jetzt im Sinne des Inklusionsgedanken unserer demokratischen Gesellschaft fortgeführt.

M. Dimpflmeier
März 2016

Da spielten die deutschen Fußballer eine so schöne EM 2012, und dann das Aus gegen Italien im Halbfinale. Sie hätten die falsche Taktik/Strategie gewählt, sich selbst überlistet, meinte daraufhin eine Tageszeitung. Aber ist das nicht alles zweitrangig? Schließlich spielte über weite Strecken eine erstklassige Mannschaft zusammen und kämpfte gemeinsam um ein großes Ziel, ehrgeizig, willensstark. Genauso wie unsere schwerhörigen Schüler auch, die gemeinsam mit ihren guthörenden Mitschülern Jahr für Jahr an unserer Schule das Abitur erfolgreich ablegen. Seit 1984 werden an unserer Schule hörbehinderte Schüler in der Oberstufe konsequent integrativ unterrichtet. Ein Schulprofil, das heute aktueller denn je ist und als Inklusion bezeichnet wird. Im Rahmen einer kleinen Feier in der Staatskanzlei ernannte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle das Gisela-Gymnasium zur „Inklusionsschule“ und überreichte persönlich Marianne Achatz die Ernennungsurkunde. "Diese Schulen sind Regelschulen, die sich besonders der Inklusion von Menschen mit Behinderung verpflichten und zu Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung werden sollen", betonte der Minister.

Zu den Rahmenbedingungen gehören spezielle Räumlichkeiten, in denen die Schüler – im Schnitt dreizehn – im Halbkreis sitzen, so dass jeder jedem von den Lippen ablesen kann, soweit erforderlich. Kernstück der technischen Ausstattung ist eine drahtgebundene Hör- und Sprechanlage, die fest installiert ist. Zusätzlich verfügt die Schule über drahtlose, mobile Anlagen (FM-Anlage, Dynamic SoundField), die flexibel eingesetzt werden können. Der Hörgeschädigte hat damit die Möglichkeit über Lautsprecher, Kopfhörer oder Audioleitung dem Unterricht und/oder Seminaren zu folgen. 

Unsere Schule unterrichtet im Sinne der Inklusion hörbehinderte Schüler ab der 10. Klasse. Die Aufnahme erfolgt wie an allen anderen Gymnasien über eine Einführungsklasse, in der die zweite Fremdsprache – bei uns Latein – nachgelernt werden muss. Nach drei Jahren erfolgt die Zulassung zur Abiturprüfung. 

Es kommen Hörgeschädigte aus ganz Bayern zu uns, die den Mittleren Schulabschluss mit guten Leistungen erworben haben. Vermehrt finden auch Schüler von Gymnasien zu uns. Die guthörenden Schüler, die sich um einen Platz in der Einführungsklasse bewerben, kommen in der Regel aus dem Großraum München. 

Die prinzipielle Richtigkeit unseres Weges bestätigen ehemalige Schüler und deren Eltern. Eine Mutter sagte dem damaligen Betreuungslehrer Johannes Netter, nachdem ihre Tochter ein halbes Jahr an unserer Schule war: 

„Ich kenne meine Tochter nicht mehr. Sie lebt auf und geht aus sich heraus. Das habe ich nie mehr erwartet. Selbst wenn sie das Abitur nicht schaffen sollte, hat sich der Besuch der Schule schon jetzt gelohnt.“ – Das Mädchen hat das Abitur auf Anhieb geschafft. 

M. Dimpflmeier

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